Dokumentationsbögen

Der Diabetes mellitus stellt weltweit eine der größten Herausforderungen für die heutigen Gesundheitssysteme dar. Auch das Thema Diabetes und Auge spielt dabei eine wesentliche Rolle. Bis zu 27 % der Patienten in Deutschland leiden unter einer diabetischen Retinopathie, die häufigste mikrovaskuläre Komplikation und weltweit eine der häufigsten Erblindungsursachen im erwerbsfähigen Alter.

Unsere Initiative „Das Diabetische Auge“ soll als erste Anlaufstelle für Menschen mit Diabetes und deren Angehörige dienen, um über das Thema Diabetes und Auge aufzuklären. Der „diabetische Fuß“ ist Vielen ein bekannter Begriff – unsere Ambition ist es, die Awareness für das „diabetische Auge“ zu steigern und somit auch die Akzeptanz und Bedeutung regelmäßiger Kontrollen beim Augenarzt.

Dabei spielt nicht nur die Motivation Ihrer Patienten eine wichtige Rolle, sondern auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, Diabetologen und Ophthalmologen. Eine Umfrage hat ergeben, dass vielen Ärzten keine schriftliche Richtlinie für die Erkennung und das Management von diabetesbezogenen Sehproblemen zur Verfügung stehe. Dabei gibt es eine solche Leitlinie. Die „Nationale Versorgungsleitlinie zu Netzhautkomplikationen bei Diabetes“ sieht vor, dass Typ-2-Diabetiker bei Diagnosestellung augenärztlich untersucht werden, Typ-1-Diabetiker ab dem elften Lebensjahr oder nach einer Diabetesdauer von fünf Jahren.

 

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Wenn keine diabetische Netzhautveränderung festgestellt und keine weiteren Risikofaktoren identifiziert werden, soll das Screeningintervall zwei Jahre betragen, ansonsten ein Jahr.

 

 

Hausärztliche/diabetologische Dokumentationsbögen

In der „Nationalen Versorgungsleitlinie zu Netzhautkomplikationen bei Diabetes“ wurden zwei einfache und kurze Dokumentationsbögen erarbeitet, um die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu erleichtern und einen reibungslosen Praxisablauf zu ermöglichen. Zur leichteren Kommunikation zwischen Diabetesberatern, Diabetologen, Haus- und Augenarzt finden Sie hier die zwei Dokumentationsbögen als Download. Diese unterteilen sich in den hausärztlichen/diabetologischen und in den augenfachärztlichen Dokumentationsbogen. In diesen trägt der Diabetologe oder Hausarzt alle für den Augenarzt relevanten Informationen ein und umgekehrt. Dies fördert eine reibungslose, fachübergreifende Zusammenarbeit und trägt dazu bei, Therapien aufeinander abzustimmen und möglichst rechtzeitig einzuleiten. Insgesamt kann somit neben der Wahl der optimalen Therapie auch eine umfassende Patienteninformation und eine gute interdisziplinäre zu einer leitliniengerechten Behandlung beitragen und helfen, Sehvermögen und Lebensqualität der betroffenen Patienten möglichst langfristig zu erhalten.

 

Bei Bedarf lassen wir Ihnen die Dokumentationsbögen als Abreißblock gerne postalisch zukommen. Schreiben Sie dazu einfach eine E-Mail an redaktion@das-diabetische-auge.de.

 

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Hausärztliche Mitteilung an Augenarzt

Der hausärztliche/diabetologische Dokumentationsbogen dient als zusammengefasste Mitteilung für den Augenarzt, anhand welcher er die patientenindividuellen, wesentlichen Risikofaktoren für die Entstehung von Netzhautkomplikationen ableiten kann.

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Augenärztliche Mitteilung an Diabetologen

Der augenfachärztliche Dokumentationsbogen hingegen ist an den Hausarzt bzw. Diabetologen gerichtet. Der Ophthalmologe fasst alle wesentlichen augenärztlichen Untersuchungsergebnisse zusammen und gibt eine Einschätzung hinsichtlich des nächsten Augenarzttermins ab.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde in diesem Text die männliche Grundform genutzt. Selbstverständlich beziehen sich die Bezeichnungen, z. B. Patient oder Arzt, auch auf weibliche und non-binäre Personengruppen.