Risikofaktoren

Veränderungen im Auge gehören zu den typischen Folgen von langjährigem Diabetes. Das Auftreten und der Verlauf möglicher Sehstörungen können mit einfachen Maßnahmen verhindert oder verzögert werden. Zu den Risikofaktoren gehören die Diabetesdauer, eine vorliegende Nierenschädigung, ein erhöhter Blutzucker, Bluthochdruck, Rauchen sowie eine Schwangerschaft, Sonnenlicht, Augentrockenheit und bei Typ-1-Diabetes ein männliches Geschlecht.

 

 

Risikofaktoren bei diabetischer Retinopathie & diabetischem Makulaödem

    Starke Blutzuckerschwankungen sollten vermieden werden und der Langzeit-Zuckerwert HbA1c, auch „Blutzuckergedächtnis“ genannt, in einem normalen Bereich gehalten werden. Langfristig erhöhte Werte steigern das Risiko für die Entstehung einer Retinopathie und können das Voranschreiten beschleunigen. Behalten Sie also nicht nur Ihre kurzfristigen Werte, sondern auch Ihren HbA1c-Wert im Blick!1

    Die feinen Blutgefäße des Auges reagieren bei Blutdruckschwankungen besonders empfindlich. Die aufgrund von Sauerstoffmangel neugebildeten Gefäße sind nicht besonders stabil und ein erhöhter Blutdruck fördert zusätzlich, dass Flüssigkeit aus dem Gefäß austritt und sich im Bereich der Makula sammelt. Eine solche Flüssigkeitsansammlung wird Ödem genannt und führt dazu, dass ein zusätzlicher Druck auf die Sehzellen ausgeübt wird und diese dadurch absterben können. Um Augenschäden bestmöglich vorzubeugen, sollten Sie neben Ihrem Blutzucker auch Ihren Blutdruckwert im Auge behalten.2

    Nikotin kann die Gefäße schädigen und erhöht zusätzlich das Risiko für Arterienverkalkungen. Mittlerweile konnte bei Diabetes Typ 1 eindeutig nachgewiesen werden, dass Rauchen das Risiko für eine Retinopathie erhöht. Zwar fehlt ein solcher Beleg für Diabetes Typ 2, allerdings sollten auch hier Betroffene auf das Rauchen verzichten, da Nikotin das Risiko für Herzkreislauferkrankungen und Gefäßerkrankungen allgemein erhöht und sich das Risiko zusammen mit Diabetes vervielfacht.3,4

    Diabetespatienten haben häufig trockene Augen. Dies liegt an der eingeschränkten Durchblutung der Gefäße im Auge, die zu Nervenschädigungen führen und somit die Produktion der Tränenflüssigkeit beeinträchtigen kann. Eine gute Pflege der empfindlichen Augenpartie ist daher ein Muss für Patienten mit Diabetes – zum Beispiel in Form von Augentropfen. Halten Sie diese stets in Ihrer Hausapotheke bereit.5

    Schützen Sie Ihre Augen vor direkter Sonneneinstrahlung, um weitere Schädigungen der Netzhaut zu vermeiden. Achten Sie beim Kauf einer Sonnenbrille nicht nur auf modisches Aussehen, sondern auch unbedingt auf einen ausreichenden UV-Schutz.

     

     

    Diabetestypische Augenbeschwerden machen sich leider oft erst spät bemerkbar. Spätestens, wenn Sie beginnen, unscharf oder „eingetrübt“ zu sehen, Buchstaben verschwimmen oder verzerrt wirken, Sie das Lesen zunehmend anstrengt oder wenn Lichter Sie eher blenden als früher, ist der Gang zum Augenarzt unerlässlich. Lichtblitze, Schatten, Schleier vor den Augen sowie Probleme bei der Wahrnehmung von Farben und der Sicht im Dunkeln sind ebenfalls verdächtig. Sie alle können Anzeichen einer diabetischen Netzhautschädigung sein und sollten daher so früh wie möglich abgeklärt werden.6 Auch bei einer verzerrten Wahrnehmung sollten Sie Ihre Augen untersuchen lassen: Diese können auf ein Makulaödem hindeuten. Betroffene sehen „Nebel“, verschwommen oder „wellig“, das heißt, das Bild erscheint ungleichmäßig, teilweise vergrößert und an anderen Stellen verkleinert.7

     

     

    Doch wie können diese Faktoren minimiert und damit auch das Risiko für eine Sehbeeinträchtigung bei Diabetes reduziert werden? Hier lesen Sie mehr zu Maßnahmen der Vorbeugung und Eigeninitiative.

     

    Quellen


    1 Pfeiffer AFH, Klein HH: The treatment of type 2 diabetes. Dtsch Arztebl Int 2014; 111(5): 69–82. DOI: 10.3238/arztebl.2014.0069
    2 Tschöpe D: Diabetes und Bluthochdruck, Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL, 2009.
    3 Rauchen und Diabetes, diabetesDE Deutsche Diabetes Hilfe, https://www.diabetesde.org/gesund_leben_mit_diabetes/koerper_und_seele_im_einklang/aengste_essstoerungen_alkohol_oder_nikotinmissbrauch (Zuletzt zugegriffen am 18.12.2019).
    4 Diabetes und Sehstörungen, Die Techniker, November 2018, https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/diabetes/zusammenhang-zwischen-diabetes-und-sehstoerungen-2015386 (zuletzt zugegriffen am 18.12.2019).
    5 Trockene Augen – Diabetes als Auslöser, Gesundheitsreport, März 2017, https://www.lz-gesundheitsreport.de/gesundheit/trockene-augen/trockene-augen-diabetes-als-ausloeser/ (zuletzt zugegriffen am 19.12.2019).

    6 Hammes HP: Diabetic Retinopathy and Maculopathy. Experimental and Clinical Endocrinology & Diabetes, 2014. https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0034-1366292?lang=de (zuletzt abgerufen am 2.12.2019)
    7 Koyne KS et al: The impact of diabetic retinopathy: perspectives from patient focus groups. Family Practice,, 2004. http://fampra.oxfordjournals.org/content/21/4/447 (zuletzt abgerufen am 2.12.2019)
    8 Nationale Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes: Prävention und Therapie von Netzhautkomplikationen. 2015. https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Evidenzbasierte_Leitlinien/2016/dm-netzhautkomplikationen-2aufl-vers2-lang.pdf (zuletzt abgerufen 2.12.2019)
    9 Deutsche Diabetes Gesellschaft: Praxisempfehlung Diabetische Retinopathie und Makulopathie. 2019. www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/leitlinien/praxisempfehlungen.html. (zuletzt abgerufen am 2.12. 2019)

     

    Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde in diesem Text die männliche Grundform genutzt. Selbstverständlich beziehen sich die Bezeichnungen, z. B. Patient oder Arzt, auch auf weibliche und non-binäre Personengruppen.