Faszination Sehen

Der Diabetes-Patient Martin genießt beim Wandern den Anblick der Natur.

„Schön, (Sie) zu sehen!“

Ein tiefblaues Meer, bunte Frühlingsblumen. Der Sternenhimmel. Ein freundlicher Blick eines Mitmenschen, der einem den Tag versüßt. Beim Tennis den Ball verfolgen. Im Straßenverkehr rechtzeitig eine gefährliche Situation erkennen. Für all das benötigen wir unsere Augen und einen scharfen Blick. Für die meisten von uns ist gutes Sehen so selbstverständlich, dass wir gar nicht darüber nachdenken. Dabei leisten unsere Augen und unser Gehirn ständig Höchstleistungen.

Ohne Licht kein Sehen

Den größten Teil der Sinneseindrücke nehmen wir über unsere Augen auf. Wir können unendlich weit entfernte Sterne sehen, aber auch ganz nah fokussieren. Wir können zehn Millionen Farbtöne auseinanderhalten und selbst, wenn es fast dunkel ist, erkennen wir noch Formen, Umrisse und Grautöne.

Alle Gegenstände, Tiere und Menschen reflektieren Licht. Aus den zurückgeworfenen Lichtstrahlen setzt unser Gehirn ihr Abbild zusammen. Dabei treffen die reflektierten Strahlen zunächst auf die Hornhaut und dringen dann durch die Pupille bis zur Augenlinse, die das Licht bündelt und auf die Netzhaut wirft. Dort nehmen Sehzellen die Informationen auf und leiten sie über den Sehnerv an das Gehirn weiter. Das erzeugte Bild ist zunächst verkleinert, seitenverkehrt und steht auf dem Kopf. Erst durch die enorme Rechenleistung des Gehirns erscheint es richtig herum. Das nennen wir „Sehen“.

Querschnitt eines gesunden Auges mit Darstellung von Netzhaut, Makula, Sehnerv, Iris, Hornhaut und Linse.

Weil unsere Umwelt uns mit einer Vielzahl von Bildern „bombardiert“, ist die Informationsmenge so riesig, dass mehr als 30 verschiedene Areale und viele Millionen Sinneszellen im Gehirn mit ihrer Auswertung beschäftigt sind.

Die Sehkraft schützen

Sehen ist ein wichtiges Gut. Unsere Augen sind aber auch vielen Gefahren ausgesetzt. Zu viel Sonnenlicht kann ihnen genauso schaden wie Stoffwechselveränderungen unseres Körpers. Meistens passiert das lange unbemerkt – beispielsweise beim diabetischen Auge. Wenn Sie selber die ersten Einschränkungen des Sehens feststellen, ist meistens in Ihrem Augenhintergrund schon eine Menge passiert. Deshalb sind regelmäßige Untersuchungen und die richtige Behandlung durch den Augenarzt unerlässlich.

Viele Menschen verbringen heutzutage einen Großteil des Tages vor einem Bildschirm: Beim Arbeiten vor dem Computer, in den Pausen am Smartphone und am Abend beim Lesen am Tablet. Unsere Augen sind ununterbrochen im Einsatz und kommen kaum zur Ruhe. Dadurch kann es auch zu Schädigungen unseres sensiblen Auges kommen kann.

Sie suchen einen Augenarzt? Auf der Homepage des „Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V.“ (BVA) können Sie den nächstgelegenen Augenarzt finden.

Dr. Jens Lipinski (zuletzt aktualisiert am 22. Mai 2019)