Haushaltshelfer

Diabetes-Patient Martin wird von einer Trainerin in seiner Küche geschult, wie er mit Hilfsmitteln bei seiner Sehbehinderung kochen kann.

Egal, wie weit eine Sehschwäche fortgeschritten ist, für verschiedenste Situationen gibt es Hilfsmittel, die Ihnen den Alltag erleichtern und ein weiterhin selbstbestimmtes Leben ermöglichen können. Dazu gehören vor allem Hilfsmittel, die Aktivitäten im Haushalt vereinfachen. Durch spezielle Schulungen und Beratungen können Sie herausfinden, was genau Ihnen weiterhilft.

Einfache Gerichte kochen, die Wohnung sauber halten, Wäsche waschen, Ordnung in den Kleiderschrank und in Unterlagen bringen – mit Haushaltshelfern geht Ihnen vieles leichter von der Hand. Sockenklammern etwa halten die passenden Socken in der Waschmaschine zusammen. Die „sprechende“ Küchenwaage hilft beim Dosieren von Zutaten und durch Markierungspunkte an der Waschmaschine können Sie die einzustellenden Stufen leicht abtasten. Farberkennungsgeräte erleichtern es Ihnen beispielsweise, passende Kleidungsstücke zusammenzustellen. Kleine Etiketten, sogenannte „Smart-Labels“, können Sie an allen erdenklichen Gegenständen anbringen: Mit einem speziellen Gerät nehmen Sie Informationen zu diesem Gegenstand auf, die in einen Barcode umgewandelt werden. Diesen Barcode drucken Sie auf einem Etikett aus, kleben ihn auf den Gegenstand und können sich die Informationen bei Bedarf wieder vorlesen lassen. Praktisch ist diese Technik zum Beispiel, um Medikamente zu markieren.

An der Temperatur-Einstellung einer Waschmaschine sind Tastpunkte angebracht, die Sehbehinderten die Bedienung erleichtern.

Die meisten der kleinen oder auch größeren Helfer sind abtastbar oder verfügen über eine Sprachausgabe. Auch Menschen mit einer Sehbehinderung kommen damit gut zurecht. Sie werden überrascht sein, wie viel möglich ist.

Gewusst wie: Üben hilft

Beim Umgang mit einigen Haushaltshilfen bedarf es zunächst etwas Übung. Viele von diesen Hilfsmitteln können auch schon im Alltag mit leichten Seheinschränkungen einen hohen Nutzen haben – und durch frühes Gewöhnen können Sie Probleme beim Erlernen vermeiden, die Sie möglicherweise durch Fortschreiten der Sehverschlechterung zu einem späteren Zeitpunkt haben. Unterstützung bieten hier Schulungen in „Lebenspraktischen Fähigkeiten“ (LPF), die speziell ausgebildete Rehalehrer üblicherweise im Einzeltraining durchführen. Je nach Ihren individuellen Bedürfnissen und Wünschen stehen neben dem Umgang mit Hilfsmitteln auch Themen wie Ernährung, Essenstechniken, Körperpflege und Gesundheit, Ordnungssysteme, Haushaltsführung, handwerkliche Tätigkeiten oder Kommunikation auf dem Programm.

Einen Rehalehrer in Ihrer Nähe finden Sie unter www.rehalehrer.de.

Manche Krankenkassen beziehungsweise Sozialhilfeträger übernehmen die Kosten für eine LPF-Schulung. Auch hier weiß Ihr Rehalehrer Rat und hilft Ihnen bei der Beantragung der Kostenübernahme.

Der Bedarf an Hilfsmitteln verändert sich im Verlauf der Erkrankung. Sie sollten sich dann erneut beraten lassen. Informationen erhalten Sie beispielsweise bei den Landesinnungsverbänden der Augenoptiker oder bei den Beratungsstellen von Blickpunkt Auge und unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer (0 30) 28 53 87 - 183.

Christoph Granrath (zuletzt aktualisiert am 29. Juni 2017)