Bewegung zählt

Diabetes-Patient Martin fährt Kanu mit seinen Freunden.

Körperliche Betätigung macht nicht nur gute Laune, sondern fördert auch Ihre Gesundheit: Der Stoffwechsel verbessert sich und die Lebensqualität nimmt zu. Gerade Menschen mit Diabetes können von Sport profitieren, denn regelmäßige körperliche Aktivität hilft, Ihren Blutzucker im Gleichgewicht zu halten.

Wer schon immer gern aktiv war, dem fällt es leichter, seinem Hobby trotz der Erkrankung nachzugehen. Wenn Sie bisher eher einen Bogen um Bewegung gemacht haben, fällt Ihnen der Einstieg vielleicht schwerer. Regelmäßige Spaziergänge sind ein guter Anfang. Eine Sportgruppe mit anderen Betroffenen macht vieles einfacher. So oder so: Aktiv werden lohnt sich.

Hauptursache für einen Diabetes ist eine genetische Veranlagung. Die Wahrscheinlichkeit von Typ-2-Diabetes steigt vor allem dann, wenn weitere Faktoren wie Bewegungsmangel und Übergewicht hinzukommen. Bei Typ-2-Diabetes lässt körperliche Aktivität den Blutzuckerspiegel sinken und verbessert die Insulinempfindlichkeit der Zellen. Einige Patienten, die Sport treiben, benötigen weniger Medikamente oder können damit eine Insulintherapie aufschieben oder verhindern. Zusätzlicher Pluspunkt: Sport und Bewegung hilft Ihnen beim Abnehmen. Und weniger Gewicht verbessert den Stoffwechsel und senkt das Risiko für Folgen wie Gefäßverkalkungen oder diabetische Netzhauterkrankungen.

Haben Sie Diabetes vom Typ 1, profitieren Sie in anderem Maße vom Sport, da diesem Typ des Diabetes eine autoimmunologische Störung zugrunde liegt. Diese kann durch Sport nicht behoben werden. Doch auch für Menschen mit Typ-1-Diabetes gilt: Sportliche Aktivität beugt kardiovaskulären Erkrankungen vor, für die alle Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Risiko haben.

„Regelmäßig“ heißt das Stichwort, wenn es um Bewegung geht. Doch Sie müssen nicht gleich zum „Hochleistungssportler“ werden. Oft reicht es schon, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren: Häufiger das Auto stehen lassen und mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zum Einkaufen fahren. Die Treppen statt den Aufzug nehmen und vor den Abendnachrichten noch eine Runde um den Block drehen. Ideal ist zusätzlich eine Sportart, die Ausdauer und Muskelkraft trainiert.

Diabetes-Patient Martin und sein Augenarzt besprechen seine Befunde, um heraus zu finden, wie er mit seiner Seheinschränkung Sport treiben kann.

Schritt für Schritt in ein aktives Leben

Sie wollen endlich wieder Wandern, Walken, Schwimmen oder Tanzen, vielleicht sogar Aerobic machen, Mountainbike oder Kanu fahren? Wunderbar! Doch bevor Sie loslegen, sollten Sie sich von Ihrem Hausarzt durchchecken lassen. Denn bei möglicherweise bereits bestehenden Schäden wie Gefäßverkalkungen oder Schäden an der Netzhaut müssen Sie das richtige Maß an Bewegung finden. Und vor jedem Sport steht die Kontrolle der Blutzuckerwerte. Da diese beim Training stark absinken können, sollten Sie vorher die Therapie anpassen – etwa indem Sie weniger Insulin spritzen oder zusätzliche Kohlenhydrate zu sich nehmen, um Ihren Stoffwechsel ideal einzustellen. Auch wenn Sie länger keinen Sport gemacht haben, kann der Hausarzt Ihnen Tipps geben, welche Sportart für Sie geeignet ist und wie Sie damit gut in Ihr neues, aktives Leben starten.

Weitere Informationen und Tipps finden Sie in der Patientenleitlinie zur Therapie des Typ-2-Diabetes.

Jürgen Hüllen (zuletzt aktualisiert am 29. Juni 2017)