Dranbleiben lohnt sich

Der Augenarzt erklärt Diabetes-Patient Martin den Zustand und die Behandlungsmöglichkeiten seiner Netzhauterkrankung.

Das diabetische Auge ist eine chronische Erkrankung, die gut behandelbar, jedoch nicht heilbar ist. Mit einer regelmäßigen medizinischen Versorgung lässt sich die Erkrankung meistens gut in den Griff bekommen. Hier ist ein aktives Mitwirken von Ihnen gefragt: Wenn Sie die regelmäßigen Behandlungsintervalle bei Ihrem Augenarzt einhalten, haben Sie gute Chancen, Ihre Sehkraft zu stabilisieren oder gar zu verbessern.

Viele Untersuchungen, Behandlungen, Kontrolluntersuchungen, eventuelles Anpassen der Therapie und erneute Kontrolluntersuchungen kosten Zeit, Kraft und vor allem auch viel Organisation. Dafür haben Sie aber die große Chance, Ihr Sehvermögen lange zu erhalten.

Gerade bei der Therapie mit VEGF-Hemmern sind wiederkehrende Behandlungen nötig. Dafür gibt es vorgegebene Behandlungsschemata, die zunächst mit monatlichen Injektionen beginnen. Das Behandlungsintervall kann dann nach und nach individuell verlängert und angepasst werden [1].

Wenn Sie regelmäßig zur Behandlung gehen, schaffen Sie die besten Voraussetzungen für eine verbesserte Sehkraft und Lebensqualität: Ihr Sehvermögen kann sich in den meisten Fällen schon zu Beginn der Behandlung stabilisieren oder sogar verbessern [1]. Das wird Ihnen Mut machen, dranzubleiben und bei der Therapie aktiv mitzuwirken. Wichtig ist, dass Sie bei Unsicherheiten direkt mit Ihrem Arzt sprechen und die Therapie nicht selbstständig beenden. Denn die erreichte Verbesserung der Sehkraft kann nur durch regelmäßige Behandlung stabil bleiben [2].

Je mehr Sie über die Erkrankung wissen, umso besser können Sie daran mitwirken, dass Ihre Sehfähigkeit erhalten bleibt. Wenn Sie zusätzlich zum Gespräch mit Ihrem Arzt darüber mehr erfahren und selber recherchieren möchten, dann bietet Ihnen die Nationale Versorgungsleitlinie eine gute Zusammenfassung. Außerdem finden Sie auf dieser Seite bei bestehenden Sehproblemen hilfreiche Tipps, wie Sie Ihren Alltag besser meistern können und wie Sie durch Bewegung Ihre Erkrankung positiv beeinflussen können.

Geben Sie sich ein wenig Zeit, sich an die für Sie neue Situation zu gewöhnen. Ihre Belohnung: der Erhalt Ihrer Sehkraft und damit einer guten Lebensqualität.

Dr. Jens Lipinski (zuletzt aktualisiert am 29. Juni 2017)

Quellen

[1]Haritoglou C et al: Diabetische Makulopathie. Der Ophthalmologe (2015).
http://rd.springer.com/article/10.1007/s00347-015-0127-2 (zuletzt abgerufen am 1.12.2016)

[2]Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Prävention und Therapie von Netzhautkomplikationen bei Diabetes.
http://www.leitlinien.de/nvl/html/netzhautkomplikationen/kapitel-5 (zuletzt abgerufen am 1.12.2016)