Leitlinien: Medizin kompakt

Ein Stapel an Fachliteratur liegt auf dem Schreibtisch eines Arztes.

Durch Forschung gibt es laufend neue Erkenntnisse in der Medizin, die die Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Erkrankungen wie dem diabetischen Auge verbessern. Damit Ihr Arzt immer auf dem neuesten Stand ist und weiß, wie er Sie am besten bei einer bestimmten Erkrankung behandeln kann, liest er regelmäßig Fachzeitschriften oder besucht Fortbildungen. Zum anderen fassen sogenannte „Versorgungsleitlinien“ den jeweils aktuellen Wissensstand zu einer Erkrankung zusammen. Viele dieser Leitlinien stehen Ihnen als Patient auch in einer laienverständlichen Variante als sogenannte „Patientenleitlinien“ zur Verfügung.

Leitlinien

Für eine Vielzahl von wichtigen und häufigen Erkrankungen erarbeiten Experten in Deutschland Handlungsempfehlungen für die tägliche medizinische Praxis, sogenannte Leitlinien. Diese Leitlinien fassen zusammen, was in vielen einzelnen Studien untersucht und herausgefunden wurde. In Deutschland sorgen sich im Wesentlichen zwei verschiedene Expertengruppen darum, dass solche Leitlinien entwickelt und veröffentlicht werden. Das sind zum einen die wissenschaftlichen Fachgesellschaften unter dem Dach der „Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften“, kurz AWMF. Auf der Homepage der AWMF können Sie nach Leitlinien auch in patientenverständlicher Sprache suchen.

Nationale Versorgungsleitlinien

Außerdem kümmert sich das Programm der Nationalen Versorgungsleitlinien um Empfehlungen für häufig vorkommende Erkrankungen, bei denen Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen zusammenarbeiten – so wie bei Diabetes. Im Jahr 2015 ist die zweite Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie „Prävention und Therapie von Netzhautkomplikationen bei Diabetes“ erschienen. Darin ist alles Wichtige über Definitionen, Häufigkeiten, Risikofaktoren, ärztliche Untersuchungen und Behandlungen, Rehabilitation sowie Koordination zum diabetischen Auge zusammengefasst. Hieran wird beispielsweise deutlich, „dass ein beträchtlicher Anteil der Menschen mit Diabetes augenärztlich nicht in den empfohlenen Intervallen untersucht wird“ und, dass „die Erkennung und Behandlung der diabetischen Retinopathie eine Maßnahme mit hohem Nutzen für die Lebensqualität darstellt“ [1].

Titelseite der Patientenleitlinie „Diabetes – Schäden an der Netzhaut. Vorbeugen und Behandeln.“ mit Abbildung eines strahlenden Auges.

Für medizinische Laien sind die Empfehlungen in einer Patientenleitlinie „Diabetes – Schäden an der Netzhaut: Vorbeugen und behandeln“ zusammengefasst. Sie enthält die für Patienten wichtigsten Informationen wie beispielsweise „Schäden an der Netzhaut vorbeugen“, „Schäden an der Netzhaut feststellen“ oder „Schäden an der Netzhaut behandeln“ in einer leicht verständlichen Sprache. Solche Patientenleitlinien gibt es auch zu den Themen

„Diabetes und Füße“,

„Diabetes und Nerven“ oder

„Diabetes und Nieren“.

Schließlich stehen diese Informationen auch als Kurzinformationen zur Verfügung.

Für welche Variante Sie sich auch entscheiden – Sie können sicher sein, dass Sie stets Informationen vorfinden, die medizinisch aktuell sind.

Dr. Jens Lipinski (zuletzt aktualisiert am 29. Juni 2017)

Quelle

[1]Ziemssen F et al: Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Diabetische Retinopathie - 2. Auflage der NVL zur Therapie der diabetischen Retinopathie
https://www.springermedizin.de/diabetische-retinopathie/nationale-versorgungsleitlinie-nvl-diabetische-retinopathie/10501474 (zuletzt abgerufen am 1.12.2016)