Tipps für das Gespräch mit dem Arbeitgeber

Die Chefin von Diabetes-Patient Martin klopft ihm aufmunternd auf die Schulter.

Bei einer fortschreitenden Sehminderung ist es wichtig, dass Sie frühzeitig mit Ihrem Arbeitgeber darüber sprechen. Nur so kann er Ihre Situation verstehen und mit Ihnen zusammen nach Lösungen suchen. Bestenfalls bereiten Sie das Gespräch gut vor und machen Ihrem Arbeitgeber Vorschläge, wie es weiter gehen könnte. Dabei können Sie sich Unterstützung holen.

Sie können ein solches Gespräch alleine führen, müssen das aber nicht. Vier Ohren hören mehr als zwei und Sie können sich nach dem Gespräch noch über die Inhalte und die weiteren Schritte austauschen. Sie können beispielsweise ein Mitglied des Betriebsrates hinzunehmen oder – sofern in Ihrem Betrieb vorhanden – ein Mitglied der Schwerbehindertenvertretung. Eine Schwerbehindertenvertretung (SchwbV) nimmt die besonderen Interessen schwerbehinderter Beschäftigter in Betrieben und Dienststellen wahr und ist in Betrieben mit mindestens fünf Betroffenen Pflicht.

Schildern Sie Ihrem Arbeitgeber die Auswirkungen der Augenerkrankung auf Ihre Tätigkeit. Bei welchen Aufgaben haben Sie Schwierigkeiten? Ermüden Sie schneller? Haben Sie oft Kopfschmerzen oder Beschwerden am Bewegungsapparat? Ein unzureichendes Sehvermögen oder psychischer Druck etwa führen oft zu Ausgleichshaltungen, die auf Dauer nicht gesund sind.

Experten beraten Menschen mit Seheinschränkungen und ihre Arbeitgeber über Möglichkeiten, weiterhin aktiv am Arbeitsleben teilnehmen zu können.

Sinnvoll ist, wenn Sie selbst einige Lösungsansätze vorschlagen. Machen Sie sich vor dem Gespräch schon Gedanken dazu. Folgende Fragen sind dabei hilfreich:
Können Hilfsmittel Ihre Sehprobleme ausgleichen?
Lässt sich Ihr Arbeitsplatz ergonomisch anpassen?
Können Sie eventuell andere Aufgaben erhalten, die Ihre Augen nicht so sehr belasten?

Informationen und Beratung dazu erhalten Sie beispielsweise bei sogenannten Integrationsfachdiensten (IFD), die Menschen mit Einschränkungen dabei unterstützen, am allgemeinen Arbeitsmarkt teilzuhaben.

Christoph Granrath (zuletzt aktualisiert am 29. Juni 2017)